Das Ausbildungskonzept nach der Bangoura-Methode verbindet traditionelle westafrikanische Musiktraditionen und Rituale mit zeitgenössischem Wissen aus der Gestalttherapie. Als tanzpädagogische und tanztherapeutische Methode kann sie in unterschiedlichen Kontexten wirksam eingesetzt werden. Sie richtet sich an professionelle TänzerInnen, an bewegungsfreudige Laien,  TherapeutInnen, SozialpädagogInnen sowie an Institutionen im Bereich kultureller Zusammenarbeit und Integration. Das nächste Ausbildungsprogramm startet im April 2021 und findet an 7 Wochenenden plus einem Sommer-Ferienspecial im Seminarhotel Plockhorst statt.

Vorraussetzungen
Das Ausbildungsangebot richtet sich an alle, die sich mehr Freiheit und Lebenskraft wünschen. Es gibt keine konstitutionellen Voraussetzungen für eine Teilnahme. Tanzen in der Bangoura-Methode vermittelt eine bestimmte Haltung zum Körper und zur Bewegung, die jenseits vom Leistungsdenken operiert. Männer und Frauen jeden Alters sind willkommen. Interessierte mit finanziellen Schwierigkeiten mögen sich an Stephanie Bangoura wenden.

Abschluss
Zertifikat zum ganzheitlichen Tanzpädagogen/in nach der Bangoura-Methode. Mit dem Abschluss der Tanzpädagogik Ausbildung in der Bangoura-Methode eröffnet sich dir die Möglichkeit im professionellen Team der Bangoura Group mitzuarbeiten, eigene Lehrerfahrungen zu sammeln und an internationalen sozialen Bildungsprojekten teilzunehmen.

Unterrichtszeiten

Mittwochs 2. Jahrgang
17.00 – 18.30 Uhr Anreise
18.30 Uhr Abendessen
19.30 Uhr – 21.00 Uhr Eingrooven

Donnerstags 2. Jahrgang
10.00 – 13.00 Uhr
15.00 – 18.00 Uhr
20.00 – 21.00 Uhr

Freitags 2. Jahrgang
10.00 – 13.00 Uhr

Freitags 1. + 2. Jahrgang
17.00 – 18.30 Uhr Anreise – 1. Jahrgang
18.30 Uhr Abendessen
19.30 Uhr – 21.00 Uhr Eingrooven

Samstags 1. + 2. Jahrgang
10.00 – 13.00 Uhr
15.00 – 18.00 Uhr
20.00 – 21.00 Uhr

Sonntags 1. + 2. Jahrgang
10.00 – 13.00 Uhr

Sonntags 2. Jahrgang
14.30 – 16.30 Uhr

Ort

Seminarhotel Plockhorst
Im Deilen 4
31234 Edemissen

https://www.seminarhof-plockhorst.de/

Kosten

Die Ausbildung kostet 2.200,00 Euro ohne Übernachtung und Verpflegung. 

Die Ausbildungs-Module

Die rituelle Tanzpädagogik basiert ebenso wie afrikanische Tanz- und Musiktraditionen auf Mythen. In der Bangoura Methode habe ich die komplexen Mythen afrikanischer Tänze in sechs rituelle Themen aufgeschlüsselt. Im Tanz werden sie von jeder Tänzerin subjektiv erlebt und individuell verkörpert.

Die rituellen Tanzthemen beinhalten archetypische Kräfte, das bedeutet zum einen, wir verbinden uns mit einem bestimmten Persönlichkeitsanteil/Subpersönlichkeiten, und zum anderen auch mit unserem kollektiven Unbewußten, was wir auch als Feld der Ahnen und Ahninnen begreifen können.

Die rituellen Themen stehen in Verbindung miteinander verwandten Phänomenen wie Emotionen, Archetypen, Geistern, Orixas/Orishas, Chakren, Ahnen und Ahninnen, Göttern und Göttinnen. Damit finden psychische, mentale, energetische, spirituelle und mythische Ebenen ihre Entsprechung im Tanz. Diese Verkörperung beinhaltet ein therapeutisches Potential.

Das Ausagieren aller am Mythos beteiligten Archetypen ermöglicht die Inkarnierung des Mythos im eigenen Körper. Dazu gehören auch die unbeliebten Figuren, der Arrogante, der Leidende, die Gierige, der Unberechenbare, die Erstarrte etc. Nur durch den Ausdruck und die Integration aller unserer inneren Anteile mit ihren oft gegensätzlichen Motivationen, Glaubenssätzen und Bewegungsrichtungen, können wir mit voller Kraft aus unserer Mitte heraus leben.

Modul 1: Tanz der Befreiung

 

Im Tanz der Befreiung finden wir einen Zugang zu der Energie unserer Aggressionen, die nötig sind, um sich zu entscheiden, Nein zu sagen und seinen eigenen Weg mit einem Ja zu sich selbst zu gehen. Die Verbindung zum Becken läßt wilde, kreative und intuitive Kräfte, die wir zum Überleben brauchen erwachen. Der Mythos der Befreiung lehrt uns nicht zu diskutieren, sondern destruktive Verbindungen abzuschneiden und wie der Wind zu verschwinden. Wilde Kräfte dürfen sich in allen ihren Facetten im Tanz spontan ausdrücken. Im Tönen und Singen wird die ermächtigende Kraft der Stimme befreit. Erdung und Kräftigung helfen, dieses besonders für Frauen seit Generationen belastete Thema weiterzubewegen.

 

  • 14. – 16.04.2021 – 2. Jahrgang
    Tanztechniken der Durchlässigkeit
    Die animistisch-humanistische Haltung der Ritualleitung
    Der prozessorientierte und ressourcenorientierte Ansatz in der rituellen Tanzpädagogik

 

  • 16. – 18.04.2021 – 1. + 2. Jahrgang
    Tanzritual mit Livemusik
    Die eigenverantwortliche Sprache

Sommerworkshop: Tanz der Maske

 

In der kunsttherapeutischen Schattenarbeit wirst du in deine unbewussten inneren Welten eintauchen. Die Maske ist ein mächtiges Mittel, um zwischen den Welten zu reisen. Sie hilft uns, Nichtsichtbarem und Unbewusstem eine äußere Gestalt zu geben. Tiefgreifendes Arbeiten mit deinen Schattenanteilen ermöglicht dir, nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Unter der erfahrenen Leitung der Gestalttherapeutin und Ausbilderin Birke Knopp werden theoretische und methodische Hintergründe ganzheitlicher Veränderungsprozesse für die Tanzpädagogikpraxis deutlich.

 

  • 30.06. – 04.07.2021 – 2. Jahrgang
    Rituelle Maskenarbeit mit Birke Knopp
    Unterrichtszeiten werden zeitnah bekannt gegeben.

Modul 4: Tanz der Sinnlichkeit

 

Im Tanz der Sinnlichkeit schmücken, berühren und feiern wir uns selbst – im eigenen Paradies lachend und kreisend die Fülle tanzen. Wie eine Spindel richten wir unsern Tanz spiralig zwischen Himmel und Erde, geistig und materiell aus. Die Energien von Gier und Dankbarkeit harmonisieren sich. Die Kunst mit allen Sinnen wahrzunehmen, läßt uns Reichtum und Glück genießen. Glück hat die Eigenschaft, dass es sich ausbreiten, vermehren und mit anderen geteilt werden will. Ganz wie die Göttin der Lust uns die Kunst der Liebe lehrt: sich zu verschenken, ohne sich zu verlieren. Im Tanz der Sinnlichkeit werden Verführung und Verzicht gleichermaßen als Quelle zum Glück mit viel Leichtigkeit, Lust und Lachen erlebt. 

 

  • 08. – 10.09.2021 – 2. Jahrgang
    Bodyperkussion
    Musiktherapie
    Call and Response Singen

 

  • 10. – 12.09.2021 – 1. + 2. Jahrgang
    Tanzritual mit Livemusik
    Stimmenimprovisation

Modul 6: Tanz der Unverschämtheit

 

Die personifizierte Unverschämtheit findet sich in der Figur des Narren. Die Leitung geht selbst in die Rolle der Närrin. Ihre Provokationen schaffen mit Fingerspitzengefühl den närrischen Raum. Auf liebevollem Boden können Provokation, Spannung und Chaos von allen TänzerInnen ausprobiert werden. Inwieweit die närrische Energie sich einstellt und bleibt, ist unberechenbar. Kommt sie, ist mehr Energie im Raum. Aufregung und Spannung sind spürbar. Auch die Energie der erotischen Lust und jeglicher Sünde sind im Raum des Närrischen zu Hause. So werden Routinen und Gewohnheiten durchbrochen. Werte und Grenzen werden bewußter. Neue Wege, Gedanken und Räume öffnen sich.

 

  • 03. – 05.11.2021 – 2. Jahrgang
    Visionsfindung

 

  • 05. – 07.11.2021 – 1. + 2. Jahrgang
    Tanzritual mit Livemusik
    Die Haltung der ganzheitlichen Tanzpädagogin
    Bildung von Peergroups, Orakel der Lehrthemen

Modul 2: Tanz des Stolzes

 

Der Stolz ist der beste Freund des Egos und lässt den eigenen Raum deutlich werden. Im Verteidigen der Grenzen und der Gerechtigkeit kommen Aggressionen zu Tage. Zweck des Tanzes des Stolzes ist es Aggressionen und Wut nicht loszuwerden, sondern ihre Energie für mehr Gerechtigkeit und Würde zu nutzen. Im Wertschätzen des Stolzes kann selbstverliebt eitle Selbstbehauptung mit geschwollener Brust getanzt werden. Das Ego präsentiert sich königlich. Gibt es zu wenig Verbindung zu den darüber liegenden Chakren (Herzchakra etc.) dann ist die Egoenergie (Solarplexus) destruktiv. Gerechtigkeit, Ethik und Werte werden im Tanz des Stolzes energetisch also jenseits von Religion oder Moral individuell und körperlich exploriert. Wieviel Ego, Eitelkeit und Stolz jede Tänzerin leben will, kann in diesem Tanzthema ausgelotet werden.

 

  • 28. – 30.04.2021 – 2. Jahrgang
    Gewagte Individualität in der Gruppe
    Das Ritual und die Gruppe als schützenden Rahmen

 

  • 30.04. – 02.05.2021 – 1. + 2. Jahrgang
    Tanzritual mit Livemusik
    Fremd und Selbstwahrnehmung
    Das Ideal des wertfreien Raums

Modul 3: Die Schlange und der Tanz der Versöhnung

 

Die Schlange bekommt ihre Kraft aus dem permanenten Wechsel zwischen den Gegensätzen. Dabei schlängelt sie sich ständig zwischen den Polen hin und her. Ihre geschmeidigen Wellenbewegungen entstehen durch die ausbalancierte Verbindung von Kontraktion und Expansion, Festhalten und Loslassen. Durch die lang ausgedehnten Wiederholungen von zyklischen Bewegungen entstehen energetische Spiralen. In den mantrenartigen runden Bewegungen wird Ruhe, Stille und Ewigkeit erfahrbar. Paradoxien werden deutlich und versöhnt. Dieses trancelastige Thema ermöglicht ein Geborgensein in der ewigen Bewegung der Transformation.

 

  • 11. – 13.08.2021 – 2. Jahrgang
    Der Körper das Zentrum des Seins
    Animismus, Ritual und Trance

 

  • 13. – 15.08.2021 – 1. + 2. Jahrgang
    Tanzritual mit Livemusik
    Die Kraft der Wiederholung

Modul 5: Tanz des Schmerzes

 

Wir Menschen sind UnlustvermeiderInnen und MeisterInnen im Wegdrücken von Schmerz. Körperlicher Schmerz schützt uns davor vom seelischen Schmerz überwältigt zu werden. Schmerz kann als Sprache unseres Körpers verstanden werden. Die Kraft des Zugrundegehens wird im Tanz genutzt, um ausgehend vom eigenen inneren Halt seinem Schmerz zu begegnen. Wir wissen aus der Traumatherapie, dass die Pendelbewegungen zwischen Ressource und Schmerz nachhaltig heilt. Der zusätzliche Halt der Gruppe und der livegespielten Musik im rituellen Rahmen unterstützt die Tänzerinnen Schutzblockaden und Panzerungen selbstbestimmt zu lösen. Schmerz mit liebevoller Zuwendung kann schmelzen und sich von innen heraus lösen. Energie wird frei und führt zu mehr Lebendigkeit. Weinen, Lachen und Stimmimprovisationen lassen Gefühle durchlaufen. Der innere Halt und die Eigenmacht der Tänzerinnen werden nachhaltig genährt, fundiert und gestärkt.

 

  • 06. – 08.10.2021 – 2. Jahrgang
    Der persönliche Mythos, kreative Trancereisen und innere Bilder

 

  • 08. – 10.10.2021 – 1. + 2. Jahrgang
    Tanzritual mit Livemusik
    Umgang mit Trauma im Tanzritual

Modul 7: Leite ein Tanzritual an

 

Jede TeilnehmerIn bekommt die Möglichkeit sich im geschützten Raum der Ausbildungsgruppe in der Rolle der Leitung auszuprobieren. Zweier Lehrteams haben sich gebildet und ein Unterrichtsthema vorbereitetet. Auswahl möglicher Themen:

  1. Das Becken, dein Zentrum
  2. Der Stolz und dein Herz
  3. Die Kraft der Wiederholung
  4. Erdung und Durchlässigkeit 
  5. Lust und Schmerz – Die Stimme, die dich nährt
  6. Der Narr – Konfrontation und Provokation

 

  • 24. – 26.11.2021 – 2. Jahrgang
    Werkstatt und Freisprechung

 

  • 26. – 28.11.2021 – 1. + 2. Jahrgang
    Werkstatt und Freisprechung