Ausbildungsmodule

Die rituelle Tanzpädagogik bezieht sich ebenso wie afrikanische Tanz- und Musiktraditionen auf Mythen. Die mythischen Tanzthemen beinhalten archetypische Kräfte. Das bedeutet zum einen, dass wir uns mit einem bestimmten Persönlichkeitsanteil in uns verbinden, und zum anderen auch mit unserem kollektiven Unbewussten. Im Tanzritual mit Livemusik werden die archetypischen Kräfte von jede*r Tänzer*in subjektiv erlebt und individuell verkörpert.

Modul 1: Tanz der Befreiung

 

Im Tanz der Befreiung finden wir einen Zugang zu der Energie unserer Aggressionen. Diese helfen uns Entscheidungen zu treffen und den eigenen Weg einzuschlagen. Durch das Becken verbinden wir uns mit existentiellen Themen. Wilde, kreative und intuitive Kräfte, die wir zum Überleben brauchen, erwachen. Der Mythos der Befreiung lehrt uns, nicht zu diskutieren, sondern destruktive Verbindungen abzuschneiden und wie der Wind zu verschwinden. Die uralten Kräfte der AhnInnen dürfen sich im Tanz in all ihren Facetten spontan ausdrücken. Im Tönen und Singen wird die ermächtigende Kraft der Stimme befreit. Erdung unterstützt dabei, dieses besonders für Frauen seit Generationen belastete Thema der Freiheit und Eigenmacht weiterzubewegen.

    Sommerworkshop: Tanz der Maske

     

    In der Schattenarbeit bist du eingeladen in deine unbewussten Welten einzutauchen. Die Maske ist ein mächtiges Mittel, um zwischen den Welten zu reisen. Sie hilft uns dabei, dem Unsichtbaren und Unbewussten eine äußere Gestalt zu geben. Das spielerische Arbeiten mit deinen Schattenanteilen ermöglicht dir, nachhaltige Lösungen für alte Verstrickungen zu entwickeln. Im Bau der Schattenmaske bekommen innere Anteile eine äußere Form, im Maskentanz spielen sie sich auf die Bühne des Lebens. Der eine Mythos wird sichtbar und erlebbar.

    Unter der erfahrenen Leitung der Gestalttherapeutin und Ausbilderin für rituelle Maskenarbeit Birke Knopp werden theoretische und methodische Hintergründe ganzheitlicher Veränderungsprozesse für die tanzpädagogische Praxis verständlich.

    Modul 4: Tanz der Sinnlichkeit

     

    Im Tanz der Sinnlichkeit schmücken, berühren und feiern wir uns selbst: Im eigenen Paradies tanzen wir lachend die Fülle. Die Energien von Gier und Dankbarkeit harmonisieren sich. Die Kunst, mit allen Sinnen wahrzunehmen, lässt uns Reichtum und Glück genießen. Glück möchte sich ausbreiten, vermehren und mit anderen geteilt werden. Ganz wie die Göttin der Lust uns die Kunst der Liebe lehrt: sich zu verschenken, ohne sich zu verlieren. Im Tanz der Sinnlichkeit werden Verführung und Verzicht gleichermaßen als Quelle des Glücks erlebt.

    Modul 6: Tanz der Unverschämtheit

     

    Die personifizierte Unverschämtheit findet sich in der Figur des Narren. Mit Fingerspitzengefühl schaffen Provokationen den närrischen Raum, in dem Grenzen und Tabus neu erlebt werden. Auf liebevollem Boden können Provokation, Spannung und Chaos von allen TänzerInnen ausprobiert werden. Inwieweit die närrische Energie sich einstellt und bleibt, ist unberechenbar. Kommt sie, ist mehr Energie im Raum. Aufregung und Spannung sind spürbar. Besonders die Energie der erotischen Lust will vom Närrischen gelockert werden, sodass vermeintliche Sünden einen Spielraum bekommen. Routinen und Gewohnheiten werden durchbrochen. Werte und Grenzen werden bewusst. Neue Wege, Gedanken und Möglichkeiten öffnen sich.

    Modul 2: Tanz des Stolzes

     

    Der Stolz ist der beste Freund des Egos und lässt den eigenen Raum deutlich werden. Im Verteidigen der Grenzen treten Aggressionen zu Tage. Der Tanz des Stolzes agiert Aggressionen und Wut nicht einfach nur aus, sondern nutzt deren Energie für mehr Gerechtigkeit und Würde. Im Wertschätzen des Stolzes kann eitle Selbstbehauptung mit geschwollener Brust getanzt werden. Das Ego präsentiert sich königlich. Gibt es allerdings zu wenig Verbindung zu den darüber liegenden Chakren (Herz, Kehle, Stirn und Scheitelchakra), dann ist die Egoenergie (im Solarplexus) destruktiv. Ethik und Werte werden im Tanz des Stolzes energetisch – also jenseits von Religion oder Moral – individuell und körperlich ausprobiert. Wieviel Ego, Eitelkeit und Stolz jede Tänzerin leben will, kann in diesem Tanzthema ausgelotet werden.

    Modul 3: Die Schlange und der Tanz der Versöhnung

     

    Die Schlange steigt vom Himmel hinab zur Erde wie ein Regenbogen. Damit verbindet und versöhnt sie das kognitive, geistige, männliche und göttliche Prinzip mit dem kreativen, materiellen, weiblichen und menschlichen Prinzip. Die Schlange bezieht ihre Kraft aus dem permanenten Wechsel zwischen den Gegensätzen. Dabei schlängelt sie sich ständig zwischen den Polen hin und her. Ihre geschmeidigen Wellenbewegungen entstehen durch die ausbalancierte Verbindung von Kontraktion und Expansion, Festhalten und Loslassen. Mit dem Tanz der Schlange werden Paradoxien in der Verkörperung deutlich und können versöhnt werden. In mantrenartigen runden Bewegungen wird Ruhe, Stille und Ewigkeit erfahrbar. Dieses trance-lastige Thema ermöglicht ein Geborgensein in der ewigen Bewegung der Transformation.

    Modul 5: Tanz des Schmerzes

     

    Wir Menschen sind UnlustvermeiderInnen und MeisterInnen im Betäuben von Schmerz. Körperlicher Schmerz schützt uns davor, von seelischen Schmerzen überwältigt zu werden. Schmerz kann als Sprache unseres Körpers verstanden werden. Im Tanz des Schmerzes erlauben wir uns zu leiden und wehzuklagen. Die Kraft des Zugrundegehens, also dem Schmerz nachzugeben, wird im Tanz genutzt. Wir begegnen dem Schmerz mit der Unterstützung des eigenen inneren Halts. Die Gruppe, die Live-Musik und der rituelle Rahmen vermitteln zusätzlichen Halt und laden die Tänzerinnen ein, alte emotionale Schutzblockaden und KörperPanzerungen bewusst wahrzunehmen und schrittweise selbstbestimmt schmelzen zu lassen. Energie wird frei und führt zu mehr Lebendigkeit. Weinen, Lachen und Tönen/ Stimmimprovisationen lassen Gefühle fließen. Der innere Halt und die Eigenmacht der Tänzerinnen werden nachhaltig genährt und gestärkt.

    Modul 7: Leite ein Tanzritual an

     

    Jede SchülerIn bekommt die Möglichkeit, sich im geschützten Raum der Ausbildungsgruppe in der Rolle der LehrerIn auszuprobieren. Im Zweier-Team wird ein Unterrichtsthema vorbereitetet. Auswahl möglicher Themen:

     

    Das Becken, dein Zentrum

    Stolz, Ego und dein Herz

    Die Kraft der Wiederholung

    Erdung und die Weisheit der Durchlässigkeit

    Lust und Schmerz

    Die Stimme, die dich nährt

    Die Närrin – Konfrontation und Provokation

    Termine

    Nächster Ausbildungsstart…
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