Tanzpädagogik-Ausbildung in der Bangoura-Methode

In der rituellen Tanzpädagogik nach der Bangoura-Methode trifft afrikanische Tanztherapie auf Gestalttherapie. Deine Selbsterfahrung bildet die Basis deiner pädagogischen Ausbildung, die mit 7 Wochenenden beginnt.

Stephanie Bangoura arbeitet mit der Haltung einer Gestalt-Therapeutin und versteht Tanz als eine Kunst zwischen mir und dir. In diesem Dialog nehmen wir eine rituelle Verbindung mit uns und unserem Gegenüber auf.  Das Gegenüber ist die live gespielte Musik, der Moment, die Gruppe, die Erde, der Nachbar und alle, die da sind. Ziel ist es, im Kontakt mit dem Gegenüber das eigene Bewusstsein zu stärken. „Der Mensch wird am Du zum Ich“ (Martin Buber).

In dieser Ausbildung wirst Du nicht nur viel tanzen, sondern Wahrnehmung und Wertschätzung üben für alles, was ist. Dieser animistische Ansatz in der Tanztherapie feiert den Körper als Zentrum des Seins, ekstatische Erfahrungen steigern deine Präsenz.

Du lernst:

  • ein schonendes und effektives Körpertraining
  • Tanztechniken der Durchlässigkeit
  • im tänzerischen Dialog mit Livemusik spontan zu improvisieren
  • Atem-, Stimm- und Rythmusübungen
  • Gruppenbildung mit Tanz und Musik
  • kreative Selbsterfahrungsprozesse mit Tanz anzuleiten
  • eigene Tanzrituale zu kreieren

Mit deinem Abschluss in der rituellen Tanzpädagogik nach der Bangoura-Methode eröffnet sich dir die Möglichkeit, im Team der Bangoura Group mitzuarbeiten, eigene Auftritts- und Lehrerfahrungen zu sammeln und an internationalen sozialen Bildungsprojekten sowie professionellen Performances mitzuwirken.

Nach dem Psychotherapeutengesetz darf Psychotherapie als Krankheitsbehandlung nur von Ärzten mit Psychotherapie-Weiterbildung (inklusive Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie), Psychologischen Psychotherapeuten oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden. Tanztherapie ist jedoch nicht  abrechnungsfähig, da die Tanztherapie derzeit kein in den Psychotherapie-Richtlinien anerkanntes Verfahren ist. Approbierte Psychotherapeuten (Verhaltenstherapeuten, Tiefenpsychologen, Analytiker oder Gesprächspsychotherapeuten) mit entsprechender Ausbildung in Tanztherapie arbeiten jedoch manchmal mit Elementen der Tanztherapie. Personen mit Berechtigung zur Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz (HPG, „Kleiner Heilpraktikerschein“) können Tanztherapie als Therapiemethode anbieten, der Klient muss in der Regel allerdings privat zahlen. Nach dem geltenden Psychotherapeutengesetz dürfen sich diese Heilpraktiker jedoch nicht „Psychotherapeut/in“ nennen. Derzeit sind in Deutschland weder die Zulassung zur Ausbildung (Voraussetzungen) noch die Ausbildung (Inhalte), Abschlussverfahren (Prüfungen) oder die Zulassung zur Ausübung der Tätigkeiten in der Tanztherapie gesetzlich geregelt. Die Ausbildung zur TanztherapeutIn findet vorwiegend in privatrechtlichen Aus- und Weiterbildungen statt.

Fundamente der Bangoura-Methode

An der Staatlichen Universität für Tanz in Salvador/Brasilien initiierte Stephanie Bangoura eine Seminarreihe, die das Fundament des aktuellen Ausbildungsprogramms bildet. Im Zentrum der Seminarreihe “Corpo Ritmo e Ritual em Estudo” (2016) und “Dança Afro- Corpo em Estudo” (2013+2015) stand die Frage, wie afrikanischer Tanz zeitgemäß vermittelt werden kann.

Stephanie Bangoura lud dazu herausragende VertreterInnen der Re-Afrikanisierung im Tanz ein, alte Meister, PionierInnen und RevolutionärInnen, ChoreographInnen des nationalen Folkloreballettts, KörpertherapeutInnen, SchauspielerInnen, SängerInnen, MusikerInnen sowie Intellektuelle im Bereich afro-brasilianische Tanzkulte, zeitgenössischem Tanz und Theater. Darunter Dr. Eusebio Lobo da Silva, Clyde Morgan, Mestre King, Tania Bispo, Jose Ricardo Santos, Frank Händeler, Veronica de Moraes, Dr. Eloisa Domenici, Dr. Meran Vargens, Dr. Ciane Fernandes, Portella Açúcar, Doudou Coumba Rose, Letieres Leite, Gabi Guedes, Giba Conceição, Jorgelina Oliva, Kinho und andere. Die Seminarreihe wurde vom brasilianischen Kulturreferat, Banco do Nordeste und anderen öffentlichen brasilianischen Instituitionen gefördert.