Jens Dietrich – Political Bodies GbR

Jens Dietrich ist Dramaturg, Regisseur und Kurator. Er studierte Angewandte Theaterwissenschaften an der Universität Gießen bei Heiner Goebbels. Nach dem Studium arbeitete er an Richard Foremans Ontological Theater in New York und den Bühnen der Stadt Köln sowie dem Theater Freiburg. Von 2006 bis 2012 arbeitete er als Dramaturg kontinuierlich mit der Regisseurin Angela Richter zusammen, mit der er zahlreiche Produktionen entwickelte und 2006 das Fleetstreet Theater in Hamburg eröffnete. Von 2009 bis 2013 war Dietrich Kernmitglied des International Institute of Political Murder. Zusammen mit Milo Rau realisierte er die Projekte „Die letzten Tage der Ceausescus“ (HAU Berlin Teatrul Odeon Bukarest), „Hate Radio“ (HAU Berlin, eingeladen zum Theatertreffen 2012), „Die Moskauer Prozesse“ (Sakharov Center Moskau) und war Kurator des szenischen Kongresses „Power & Dissent“ am Nationaltheater Weimar. Seit 2013 hat Dietrich Lehraufträge im Bereich Regie und Dramaturgie an der HfMT Hamburg. 2014/2015 Arbeit an der Tanzproduktion „Political Bodies“ über die senegalesische Bürgerrechtsbewegung Y’en a marre (Choreographie: Yolanda Gutiérrez) und Herausgabe der gleichnamigen Buchpublikation. 2015 war er Kurator bei Hamamness (Kampnagel/Hamburg, 2015) und des Performing Arts Schwerpunkts des Nordwind Festivals (Volksbühne, Berlin – Hellerau, Dresden – Kampnagel, Hamburg 2015). Dietrich realisierte 2017 für den WDR in Zusammenarbeit mit Milena Kipfmüller das Hörspiel „Kunst im Verhör“ mit dem russischen Performancekünstler Petr Pawlenski. Er konzipierte die performative Talkreihe Nowy Mir in Moskau und Hamburg (2017/18). 2018 Künstlerische Leitung der Tanzproduktion „Planet Kigali“ (zusammen mit Yolanda Gutiérrez und Dorcy Rugamba), die in Ruanda im November und in Hamburg auf Kampnagel im Dezember 2018 Premiere hatte. In 2019 führte Dietrich Regie (zusammen mit Milena Kipfmüller) bei der begehbaren Musiktheaterproduktion „Rwandan Records“, die im März 2019 am Haus der Kulturen der Welt in Berlin Premiere hatte. Dietrichs Schwerpunkt liegt auf recherchebasiertem, politischen Theater.